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Archiv für Kategorie ‘Allgemein’


Implantate bei Osteoporose – geht das?


17. Oktober 2010

 

Bei einem Patientenanteil von über 70% Frauen bei implantologischen Fragestellungen in unserer Praxis-Klinik tritt die Frage nicht selten mehr als einmal am Tag auf.
Nach Einschätzung führender Orthopäden in Deutschland leiden etwa 4,8 Millionen Menschen in der Bundesrepublik an Osteoporose (Knochenerweichung)[1]. Meist sind Frauen während und nach den Wechseljahren betroffen. Neben den hormonellen Umstellungen können aber auch andere Ursachen eine Osteoporose begünstigen: Einseitige Ernährung mit bewusstem oder unbewusstem Verzicht auf kalziumhaltige Nahrungsmittel (Milch, Gemüse, Mineralwasser) kann den Verlust von Kalzium aus den Knochen begünstigen.

 

Für den Kieferknochen gelten andere Regeln

Glücklicherweise zeigt sich eine Osteoporose im Kieferknochen erst sehr spät. Die vom Orthopäden durchzuführende Knochendichtemessung macht unserer Erfahrung nach keine treffende Aussage über die Knochenqualität des Kieferknochens. Hier scheinen andere Gesetzmäßigkeiten zu gelten, d. h. der Kieferknochen ist noch lange stark und kräftig, selbst wenn andere Knochen bereits schwächer geworden sind.

In Fällen schwerster Osteoporose lassen sich Implantate zwar einsetzten, deren Belastbarkeit ist allerdings meist deutlich herabgesetzt. Erfahrungsgemäß zeigt der Knochen dann auch eine geringere Widerstandskraft gegen Entzündungen. Kommt eine Neigung zu einer parodontalen Erkrankung (entzündlich verursachte Taschenbildung des Zahnfleisches) hinzu, so kann die Prognose schwierig werden. Im Extremfall sind auch über Jahre hinweg gut osseointegrierte (eingewachsene) Implantate schon bei kleineren unphysiologischen Belastungen (z. B. Abdrucknahme) verloren gegangen.

Wählen Sie in jedem Fall einen qualifizierten und erfahrenen Implantologen

Der erfahrene Implantologe wird schon bei der Anamneseerhebung nach Osteoporose fragen. Spätestens bei der ersten Bohrung wird der Spezialist die Knochenqualität einschätzen können. Gelegentlich ist dann weniger mehr. Gute Vorhersagen bezüglich der Qualität des Kieferknochens fallen schwer. Mit bildgebenden Verfahren (Computertomographie=CT, Digitale Volumentomographie=DVT) lassen sich Dichtewerte in größeren Knochenarealen bestimmen. Leider zeigen die dort zu messenden Dichtewerte nicht immer die wirkliche Situation. Neuere Forschungen (z. B. mit Ultraschall) laufen diesbezüglich, sind aber noch nicht zur klinischen Reife gelangt. Derzeit ist also die Erfahrung des Implantologen noch unersetzbar.

Bestimmte Medikamente sind gefährlich

Besonderes Augenmerk verdient eine inzwischen weit verbreitete Behandlungsform der Osteoporose mit so genannten Bisphosphonaten. Diese Substanzen reduzieren den Knochenstoffwechsel anhaltend. Die implantologischen und chirurgischen Fachgesellschaften sind sich derzeit in Ermangelung einer guten Datenlage noch sehr uneinig, in wieweit in solchen Fällen auf Implantationen verzichtet werden muss.

Die medizinischen Zusammenhänge sind sehr komplex. Deshalb ist in Fällen von Osteoporose eine Implantatversorgung durch den Facharzt für MKG-Chirurgie empfehlenswert, da dieser durch sein Doppelstudium (Medizin und Zahnmedizin) über sehr guten allgemeinmedizinischen Hintergrund verfügt.

Fazit

In leichten und mittleren Fällen von Osteoporose kann implantiert werden. In jedem Fall sollte fachkundiger Rat eingeholt werden.


[1] Quelle: Jan Becker, Orthopäde und Sportmediziner am Grönemeyer Institut, Bochum, veröffentlicht in TKaktuell, 3-2010, S. 23

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Weisheitszähne – entfernen oder belassen?


16. Oktober 2010

Wozu sind die eigentlich gut?

Diese Backenzähne kommen erst spät zur Entwicklung (15. – 21. Lebensjahr) und sind von der Natur wahrscheinlich als so eine Art Reserve gedacht. Bei den meisten Menschen (~90%) reicht der Platz im Kiefer allerdings nicht aus, so dass die Weisheitszähne ganz oder teilweise im Kiefer eingeschlossen bleiben.

Welche Gefahren können von Weisheitszähnen ausgehen?

Es können eine Reihe typischer Probleme entstehen, die meist nur mit der Entfernung der Weisheitszähne zu beheben sind:

  • • Der Zahn ragt teilweise aus der Schleimhaut, eine kleine Nische bildet sich, Bakterien können dort wiederkehrende Entzündungen verursachen.
  • • Gelegentlich bilden sich größere Zysten um den Zahn herum, die den Kieferknochen empfindlich schwächen können.
  • • Selten bilden sich aus diesen Zysten gutartige aber auch bösartige Veränderungen.
  • • Lehnt sich ein Weisheitszahn an seinen Nachbarn in der Tiefe an, so kann dieser Zahn beschädigt werden – die Wurzel des Nachbarn löst sich auf – der Zahn kann dann meist nicht mehr gerettet werden.
  • • Sind Weisheitszähne durchgebrochen, also sichtbar und stehen sehr eng am Nachbarzahn, so ergibt sich häufig ein Zwischenraum, der nicht gut zu reinigen ist – Karies droht.
  • • Kieferfrakturen entstehen gerne in Bereichen, wo Weisheitszähne sitzen. Es besteht dort eine Schwachstelle im Kieferknochen.

Welche Risiken bestehen bei der Entfernung von Weisheitszähnen?

Es gibt allgemeine Risiken, wie etwa Wundheilungsstörungen oder Blutungskomplikationen, die bei jeder Operation auftreten können. Als typische Risiken bei der Weisheitszahnentfernung sind beispielhaft zu nennen:

  • Nervschädigungen bei besonderer Nähe zu Nerven, die in oder neben dem Unterkiefer verlaufen, oder unsachgemäßer Operationstechnik. Dabei treten dann Gefühls- und/oder Geschmacksstörungen auf, die meist von allein wieder verschwinden. In seltenen Fällen erholt sich ein geschädigter Nerv nicht, die Gefühlsstörung kann dann dauerhaft bleiben.
  • • Durch langwierige Wundheilung mit starken Infektionen kann der Kieferknochen geschädigt werden. Richtig nachbehandelt lassen sich Folgeschäden meist vermeiden.
  • • Nach der Zahnentfernung findet in der Tiefe eine Knochenheilung statt, die den Raum des ehemaligen Zahnes auffüllen soll. Dabei besteht typischerweise 6-8 Wochen nach dem Eingriff eine erhöhte Frakturgefahr in diesem Bereich, auch wenn die Wunde schon lange geheilt ist und die OP schon längst vergessen scheint.

Können Weisheitszähne auch belassen werden?

In wenigen Situationen kann auf eine Zahnentfernung verzichtet werden:

  • • Wenn eine spontane, richtige Einstellung des Zahnes in die Zahnreihe zu erwarten ist.
  • • Wenn eine Extraktion anderer Backenzähne nötig ist und im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung die Einordnung des Weisheitszahnes möglich und sinnvoll ist.
  • • Wenn ein extrem hohes Operationsrisiko besteht, können Zähne ohne krankhaften Befund belassen werden.

Wie werden Weisheitszähne entfernt?

Im Allgemeinen erfolgt die operative Entfernung von Weisheitszähnen ambulant. Nur in sehr seltenen Fällen ist ein stationärer Aufenthalt notwendig (z. B. bei schwerwiegenden Erkrankungen, wie Blutungsübel oder Schwäche der Immunabwehr).
Die Operation kann vorteilhafterweise pro Kieferhälfte in örtlicher Schmerzausschaltung stattfinden. Wird aus Gründen der Angst oder Unruhe eine höherwertige Schmerz- und Bewusstseinsausschaltung gewünscht (Sedierung, Narkose), so kann die gleichzeitige Entfernung aller Weisheitszähne in einer Sitzung sinnvoll sein.

Wer operiert Weisheitszähne?

Jeder Zahnarzt kann diese Operation vornehmen. In Fällen mit zu erwartenden Schwierigkeiten wird meist eine Überweisung zum Spezialisten zu erwarten sein. Fachzahnärzte für Oralchirurgie oder Fachärzte für MKG-Chirurgie (Mund-Kiefer-Gesicht) sind hier die geeigneten Ansprechpartner, wobei der letztere durch seine einzigartige Doppelausbildung (Studium der Medizin und der Zahnmedizin) und langjährige klinisch-operative Tätigkeit besonders bei höchstem Schwierigkeitsgrad oder zusätzlichen allgemeinmedizinischen Problemen ins Spiel kommt.

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Partner gesucht – Implantologie, Oralchirurgie, Parodontologie


10. Oktober 2010

Die Praxis-Klinik Dr. Fürstenau in Detmold sucht einen Partner für die Bereiche Implantologie, Oralchirurgie, Parodontologie.
Wir arbeiten als Team von Spezialisten im Herzen von Ostwestfalen.

Die Praxis Klinik
- hat Schwerpunkte in den Bereichen Implantologie, Oralchirurgie, Parodontologie
- ist zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2008
- hat alle modernen Behandlungsverfahren etabliert
- ist Zentrum für 3D-Planung
- ist qualitätsorientiert in jeder Beziehung

Sie
- sind niederlassungsberechtigte(r) Fachzahnarzt(-ärztin) für Oralchirurgie (oder stehen kurz davor)
- haben promoviert (oder stehen kurz davor)

Wir
- sind ein starkes, motiviertes Team
- haben reichlich Arbeit
- bieten zunächst eine Anstellung in Vollzeit, spätere Partnerschaft ist möglich und gewünscht.

 

Ihr Ansprechpartner:
Melanie Zahn
buero1@drfuerstenau.de
05231 962600

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Die Stabilisierung des Kieferknochens nach Zahnextraktion mit Knochenersatzmaterialien


26. September 2010

 

Die Erfolge durch die so genannte „Socket Preservation” sind nachweisbar. Die Wissenschaft hat nach jahrelangen Untersuchungen diese sinnvolle Therapie bestätigt.
Die Methode wird in der Praxis-Klinik Dr. Fürstenau schon seit Jahren erfolgreich angewendet.

Nach einer Zahnentfernt schrumpft der Kieferknochen

In mehreren Studien wurden die Heilung von Extraktionswunden und der Resorptionsprozess des Kieferknochens nach einer Zahnextraktion untersucht. Es zeigte sich innerhalb eines Jahres ein deutlicher horizontaler Abbau der Kammbreite von bis zu 50 %.
Zur Erhaltung der Kammbreite und damit auch der Stütze der Weichgewebe ist das Einbringen von speziellem Knochenersatzmaterial direkt nach der Extraktion eine geeignete Maßnahme zum Volumenerhalt. Dieser verhältnismäßig einfache chirurgische Eingriff stellt somit eine sinnvolle vorbereitende Maßnahme für eine spätere Implantation dar.

Diese frühzeitige Augmentation verteilt das Wundheilungsrisiko auf zwei Eingriffe, verkürzt die eigentliche Implantationssitzung. Gleichzeitig zeigen auch unsere eigenen Erfahrungen, dass so risikoreichere Maßnahmen zur Verbreiterung des Kieferkammes während der Implantation umgangen werden können.

Die Krankenkassen kennen diese gute Methode leider nicht

Diese Leistungen sind kein Bestandteil des Leistungskataloges der gesetzlichen Krankenversicherung. Private Versicherer leisten erfreulicherweise zunehmend weniger Widerstand bei der Erstattung.

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Warum “Billig” und “Gut” selten zusammen gehören…


11. Juli 2010

… oder weshalb Billigimplantate keine Option sind.

In vielen Lebensbereichen hat fast jeder die Erfahrung gemacht, dass Billigprodukte häufig ihren Preis nicht wert sind. Meist ergibt sich eine eingeschränkte Funktionalität, eine geringere Lebensdauer oder ein schlechter Support. Manche Produkte bieten sogar effektiv keinerlei Garantie oder Gewährleistung, da die Hersteller nicht greifbar sind.

Bezogen auf Zahnimplantate und deren Einsatz ergeben sich dabei folgende Gesichtspunkte:

Die Hersteller

Billiganbieter locken mit niedrigen Preisen bei angeblich gleicher Leistung. Den Beweis dafür bleiben sie in der Regel schuldig. Besonders dreist erlebt man dabei Firmen, die das Design eines Premiumherstellers einfach kopieren. Die gleichen (Material-) Eigenschaften weisen diese Plagiate nicht auf, bzw. auch hier bleiben die Beweise aus. Gelegentlich fragt man sich, wie es zur Zulassung von Systemen kommen konnte, für die keinerlei geprüfte Studien vorliegen.

Die Implantologen

Fragt man Patienten, was ihnen bei Implantologen wichtig ist, so lautet die Antwort meist,
- er soll Erfahrung haben,
- er soll das richtige Produkt (Implantat) aussuchen 
- er soll das in ihn gesetzte Vertrauen nicht missbrauchen

Will nun jemand in den Markt drängen oder Marktanteile dazu gewinnen, so geschieht das auch hier nicht selten über den Preis.

Aber woran will man beim Implantieren sparen?

Letztlich kann man an Zeit, Material oder Ausbildung sparen. Spart der Doktor am Honorar, dann begibt er sich auf wirtschaftlich dünnes Eis. Schließlich muss/sollte der Doktor ja auch morgen noch da sein, um Gutes zu tun.

Also sparen an der Zeit

- bei der Beratung?
- bei der Planung?
- bei der Operation?
- bei der Sorgfalt?
- bei der Reklamation? (Oh ja, man kann auch Zeit sparen bei etwaigen Reklamationen (”Stellen Sie sich nicht so an”, “Das kann man nicht besser machen”, “Darüber wird nicht diskutiert”).

Also sparen am Material

- Billigimplantat statt Premiumprodukt
- Noname statt Markenware
- wissenschaftlich Ungesichertes statt nachgewiesen Bewährtes

Also sparen an der Ausbildung:

- Wochenendkurse statt mehrjähriger klinischer Ausbildung
- dubiose Schmalspur-Weiterbildungen, die zu nicht geschützten Titeln führen (z. B. Spezialist für…) statt abgeschlossener Facharzt- oder Fachzahnarztausbildung

Bemerkenswert ist, dass Patienten bei Implantaten keinerlei Markenbewusstsein entwickeln, obwohl ein Implantat doch in den Körper eingesetzt wird und das dauerhaft. Beim Kauf eines Fernsehers, eines Fahrrades, sogar bei Margarine gibt es ein Bewusstsein für die Marke und die damit verbundene Qualität.
Bemerkenswert ist, dass sich Patienten oft scheinbar völlig uninteressiert  in eine Behandlung stürzen. In anderen Lebensbereichen würden zuweilen tagelang Auskünfte eingeholt.

Fazit

Seien Sie wachsam, zeigen Sie sich aufgeklärt, informieren Sie sich, fragen Sie nach.

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Sinuslift – was ist das?


4. Juli 2010

 

Sinus ist lateinisch und bedeutet Hohlraum. Beim Sinuslift wird also ein Hohlraum angehoben.
Um ein Zahnimplantat stabil im Kiefer verankern zu können, darf es gewisse Mindestmaße nicht unterschreiten (Länge und Durchmesser). Die mitunter große Kaubelastung braucht stabile Fundamente, weswegen die Natur die oberen Backenzähne in der Regel mit 3 Wurzeln ausstattet.

Implantate brauchen ein kräftiges Knochenlager

Für Implantatversorgungen im seitlichen Oberkieferbereich ist oftmals zu wenig Knochen vorhanden. Zusätzlich nimmt die darüber liegende Kieferhöhle viel „Platz“ weg, so dass für eine ausreichende Implantatlänge eine aufbauende Maßnahme am Boden der Kieferhöhle vorgenommen werden kann. Das ist der Sinuslift.

Es gibt verschiedene Verfahren, die im Prinzip das gleiche Ziel haben. Bewährt hat sich eine Methode, bei der Knochenersatzmaterial gemischt mit eigenen Knochenspänen unter die angehobene Schleimhaut der Kieferhöhle eingebracht werden. Dazu wird in einem operativen Schritt, der gelegentlich direkt mit der Implantation durchgeführt werden kann, die Kieferhöhle vom Mund her geöffnet und die Schleimhaut vorsichtig angehoben. Der neu entstandene Hohlraum wird mit dem Gemisch aus Knochenspänen und Ersatzmaterial gefüllt. Der Körper nutzt diese Strukturen als „Leitschiene“ für neues Knochenwachstum. Ein belastbares Implantatlager entsteht.

Bewährte Materialien ohne Risiko

Das Ersatzmaterial stammt dabei entweder vom Rind oder ist vollsynthetisch hergestellt. In beiden Fällen ist die Übertragung von Krankheiten ausgeschlossen.

Da die Kieferhöhlenschleimhaut häufig sehr sensibel ist und darüber hinaus nicht immer mit einer Spritze gut zu betäuben ist, empfiehlt sich für die Dauer des operativen Eingriffs (ca. 35 Minuten pro Seite) eine Vollnarkose. Beim Sinuslift handelt es sich um eine ausgereifte Standard- Methode, die in unserer Praxis-Klinik in der Regel mehrfach pro Woche mit großem Erfolg durchgeführt wird.

Dieses Verfahren ist nicht Bestandteil des Leistungskataloges der gesetzlichen Versicherung.

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Zahn raus – was nun?


4. Juli 2010

 

Wenn Zähne verloren gehen, dann stellt sich meist rasch die Frage, wie es weitergeht. Im Angebot ist in der Regel: Brücke, Prothese oder Implantat. Alle diese Versorgungen gelangen aber nicht am gleichen Tag zur Fertigstellung. Also dann doch ein unbequemes Provisorium für einige Wochen?

Mit einem Sofortimplantat zum Erfolg

Es geht auch anders. Mit einem Sofortimplantat. Mit einer Sofortversorgung.
Fertig innerhalb eines Tages. Wirklich.

Im Idealfall hat das Zahnfach des verlorengehenden Zahnes keine wesentliche Entzündung, der Knochen ist noch gut erhalten, das Zahnfach hat in etwa die Form eines Implantates. Dann lässt sich nicht selten sofort die neue „Wurzel“, also ein Implantat, einsetzen.

Und jetzt kommt die Kunst: Die Sofortversorgung. Hierbei wird vom Implantologen im Teamwork mit dem Techniker die Situation direkt nach der Implantation „abgeformt“. Die innerhalb weniger Stunden hergestellte Krone wird dann „sofort“ eingesetzt.

Der unendliche Vorteil liegt in der optimalen „Stütze“ der umliegenden Weichgewebe.
Die Sofortversorgung gewährleistet, dass die Weichgewebe gar nicht erst in sich zusammenfallen können und somit erhalten bleiben.

Denn Erfolg einer aufwändigen Implantatversorgung im Frontzahnbereich wird maßgeblich durch die gelungene Ästhetik beeinflusst. Soll heißen, wenn das Zahnfleisch nicht harmonisch und jugendlich am Zahnhals anliegt, dann sieht das nicht gut aus.

Das Risiko einer Sofortversorgung hingegen liegt in der sofortigen Belastung des Implantates, die es zu vermeiden gilt.

Obwohl wir Implantate mit stark verbesserten Einheilzeiten verwenden (Straumann SLActive), so liegen die Zeiten, in der die Biologie es schafft, eine innige Verbindung zwischen Implantat und Knochen herzustellen, immerhin noch bei 8 – 12 Wochen (früher 3 – 6 Monate). In dieser Zeit sollen keine Kräfte auf das Implantat einwirken, da sie die Einheilung stören können.

Besser gesagt, es sollen keine großen Kräfte einwirken. Und das ist der Schlüssel zum Erfolg: es wird zunächst eine Krone aufgesetzt, die beispielsweise einen Hauch kürzer ist und deshalb bei Kauenbewegungen nicht belastet wird. Für richtiges Kauen mit vollem Mund reicht das natürlich nicht. Deshalb wird zusätzlich eine Schutzschiene angefertigt, die die Kräfte abfängt. Später kann die Krone dann in die optimale Form gebracht werden.

Damit ist der Traum wahr geworden: Zahn raus – Implantat rein – Krone drauf – Fertig.

Sollte der Knochen nicht tragfähig sein, so kann man die Situation dennoch retten. Hier hat sich eine Methode etabliert, die man „Socket Preservation“ nennt. Dabei wird in das (zerstörte) Zahnfach nach der Extraktion ein spezielles Kollagenflies, ggf. kombiniert mit einer Membran, eingebracht. Das sorgt dafür, dass der Knochen an der fraglichen Stelle zielgerichtet nachwächst. Die Form der Zahnfleischmanschette wird dann mittels besonderes gestalteter Provisorien gehalten.

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Kopfschmerz durch Zähneknirschen?


9. Mai 2010

Wie Sie wahrscheinlich bereits wissen, nutzen wir unsere Zähne nicht nur zum Kauen, sondern oftmals auch zum Stressabbau, indem man sie aufeinander presst oder knirscht. Meist nachts kommt es zu diesen Phänomenen, die als natürliches Aggressionsmuster des Menschen gelten. Die Betroffenen erleben diese Phasen nicht, weil sie dabei schlafen. Selten können Patienten davon berichten, dass sie tagsüber Knirschen und Pressen. Die Ursachen erklären sich dabei nicht von selbst.

Als weitere Ursache kommen Störungen im Kausystem selbst in Frage; kleine Abnutzungen an einzelnen Zähnen können „Dysbalancen“ hervorrufen, die ebenfalls zu erhöhter Muskelaktivität führen. Je nach Art und Schweregrad der Fehlfunktion kann eine Schädigung der Zähne, des Zahnfleisches, der Kaumuskeln oder die Kiefergelenke eintreten.

Sollten bei Ihnen ein oder mehrere Symptome erkennbar sein, so lohnt sich der Besuch beim Spezialisten:

- Veränderungen an der Form der Schneidekanten, begradigte Eckzahnspitzen

- Zahnfleischrückgang an einzelnen Zähnen mit empfindlichen Zahnhälsen

- Spannungsgefühl im Gesicht nach der Nachtruhe

- Schmerzen, die ins Ohr ausstrahlen oder Muskelschmerzen

- Keilförmige Defekte am Zahnhals, häufig verwechselt mit Putzdefekten

- Schmerzen im Kiefergelenk, Knacken, selten auch Blockaden

- abgeplatzte Keramik an Kronen und Brücken

- Ohrgeräusche (Tinnitus)

Eine so genannte Funktionsanalyse gibt Aufschluss über die Ursachen und die bereits entstandenen Schäden. Zur Behandlung akuter Beschwerden setzen wir eine einfache Aufbissschiene ein, die oft Wunder wirkt. Diese Art Schiene ist eine Kassenleistung.

Schäden können vermieden werden

Zur Vermeidung weiterer Schäden kann eine spezielle, funktionsanalytisch optimierte Schiene sinnvoll sein. Diese unterscheidet sich von der herkömmlichen „Knirscherschiene“ dadurch, dass sie genau auf das Kausystem abgestimmt ist und somit eine ideale Funktion garantiert.

Beim Spezialisten in guten Händen

Der Facharzt für MKG-Chirurgie (Mund-Kiefer-Gesicht) ist darauf spezialisiert, Schmerzzustände im Gesicht- und Kopfbereich zu erkennen und die richtige Therapie ohne Umwege einzuleiten. Eine große Rolle spielt der funktionelle Zustand ihres Kausystems bei der Versorgung mit Zahnersatz. Nur wenn die neuen Kauflächen perfekt auf Ihr Kausystem abgestimmt sind, können Sie optimal kauen und werden Folgeschäden durch Überlastung vermieden. Dazu wird im Einzelfall mit Ihrem Hauszahnarzt ein individuelles Therapieschema entwickelt, damit sich Ihre Beschwerden rasch geben.

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Periimplantitis – unvermeidbar?


8. Dezember 2009

 

Implantate erfordern eine Langzeitbetreuung, auf die nicht verzichtet werden sollte. Die so genannte Periimplantitis (Entzündung der Hart- und Weichgewebe am Implantat) stellt dabei eine Herausforderung für jede zahnärztliche Praxis dar.
Für die Diagnostik einer Periimplantitis braucht es nicht viel, für die Vorbeugung und Behandlung jedoch Erfahrung und Weitblick. Die Entstehung (Ätiologie) der Periimplantitis gleicht der der Parodontitis und so ähneln sich auch die Verfahren zu ihrer Vermeidung bzw. Behandlung.

Daher wird Sie Ihr Zahnarzt im Fall der Fälle möglicherweise zu einem Facharzt für Mund- Kiefer- Gesichtschirurgie (MKG-Chirurg) überweisen, da dieser alle Techniken und Fertigkeiten der Implantologie und der Parodontologie beherrscht. Gleichzeitig hat er durch sein abgeschlossenes Medizinstudium und seine Facharztausbildung ausreichend medizinischen Sachverstand, um z. B. bestehende Begleiterkrankungen richtig einzuordnen und therapeutisch zu berücksichtigen.

Die wesentlichen Ursachen für Implantatverluste lassen sich wie folgt kategorisieren:

  • Frühverluste – im Falle eines frühen Implantatverlustes liegen die Ursachen meist in der chirurgischen Technik oder in Wundheilungsstörungen.
  • Spätverluste – späte Verluste ereignen sich häufig bei unzureichender Hygiene, falscher Belastung, bei systemischen Erkrankungen oder durch eine dauerhafte bakterielle Infektion.

Klinischen Studien zeigen, dass die täglich zu erbringende Hygiene am Implantat entscheidend ist. Der Einsatz und die Motivation des Patienten sind dabei entscheidend. Erfahrungsgemäß erhöhen z. B. Elektrozahnbürsten den Spaß am Putzen bei gleichzeitig besserer Reinigungswirkung.

Bei bestehender Periimplantitis sollte im Rahmen eines nicht-chirurgischen Vorgehens eine professionelle Prophylaxe (PZR) mit Abtragung subgingivaler Konkremente und Beläge durch ein erfahrenes Team regelmäßig durchgeführt werden. Je nach Schwere des Falles ist der zusätzliche Einsatz von Antiseptika und/oder  Antibiotika zu erwägen.

Eine konsequente Implantat-Nachsorge bzw. Periimplantitis-Vorbeugung schafft die besten Voraussetzungen für den langfristigen Erfolg der Behandlung.

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Gesundheit ist ein teures Gut und Qualität hat ihren Preis


1. Dezember 2009

 

Sie wünschen sich eine Versorgung auf Spitzenniveau? Selbstverständlich. Medizinischer Fortschritt ist jedoch kostenintensiv. Innovative Behandlungs- und Therapiemethoden entwickeln, ständige Fort- und Weiterbildungen,  Qualitätsmanagment mit fortwährender Verbesserung in jeder Hinsicht: Das alles und vieles mehr leisten Mediziner heute tagtäglich.

Faktisch bleibt die Vergütung durch Kostenträger und Krankenkassen leider weit hinter dem Fortschritt zurück. Manche Gebührenordnung ist gar über 20 Jahre alt und spiegelt daher die moderne (Zahn-)Medizin sowie die veränderten Situationen bezüglich Praxisführungskosten, Strom, Wasser, Gehälter usw. nicht wieder.

Eine perfekte Versorgung auf dem Stand der Wissenschaft ist möglich. Das Denken der Leistungsempfänger und der Kostenträger befindet sich allerdings seit einiger Zeit in einer Sackgasse. Immer mehr leisten für weniger Vergütung, das scheint die Devise. Sie werden sagen, Ärzte stöhnen auf hohem Niveau. Zugegeben, das Niveau war nie niedrig.

Doch wie entspannt kann ein Künstler, ein Staatsmann, ein Arzt seine beste Arbeit leisten, wenn er ständig an sein Auskommen denken muss. Die tägliche Bedrohung durch Regresse, Degression und  Wirtschaftlichkeitsprüfung seitens der gesetzlichen Krankenkassen und die stete, gleichbleibend hohle Wortschlacht um die Anerkennung einzelner Gebührenziffern mit privaten Kassen höhlt die Ruhe und Gelassenheit deutlich aus.

Dazu folgende Geschichte: Ein König kam eines Tages schwer krank zu einem Heiler. Sein Leiden war alsbald von ihm fortgenommen. Auf die Frage des Königs, was er für seine Dienste bekommen möge, antwortete der Heiler: Gebe mir den zehnten Teil dessen, was du bereit warst zu geben, bevor wir uns trafen.

Die Wertschätzung einer medizinischen Dienstleistung ist zweifelsohne gesunken. Gesundheit bleibt jedoch ein teures Gut.

Zum Schluss ein Wort aus Überzeugung: Der Eindruck schlechter Qualität währt länger als der Schrecken über einen vermeintlich hohen Preis.

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