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Posts Tagged ‘Krankenkassen’

Gesundheit ist ein teures Gut und Qualität hat ihren Preis


1. Dezember 2009

 

Sie wünschen sich eine Versorgung auf Spitzenniveau? Selbstverständlich. Medizinischer Fortschritt ist jedoch kostenintensiv. Innovative Behandlungs- und Therapiemethoden entwickeln, ständige Fort- und Weiterbildungen,  Qualitätsmanagment mit fortwährender Verbesserung in jeder Hinsicht: Das alles und vieles mehr leisten Mediziner heute tagtäglich.

Faktisch bleibt die Vergütung durch Kostenträger und Krankenkassen leider weit hinter dem Fortschritt zurück. Manche Gebührenordnung ist gar über 20 Jahre alt und spiegelt daher die moderne (Zahn-)Medizin sowie die veränderten Situationen bezüglich Praxisführungskosten, Strom, Wasser, Gehälter usw. nicht wieder.

Eine perfekte Versorgung auf dem Stand der Wissenschaft ist möglich. Das Denken der Leistungsempfänger und der Kostenträger befindet sich allerdings seit einiger Zeit in einer Sackgasse. Immer mehr leisten für weniger Vergütung, das scheint die Devise. Sie werden sagen, Ärzte stöhnen auf hohem Niveau. Zugegeben, das Niveau war nie niedrig.

Doch wie entspannt kann ein Künstler, ein Staatsmann, ein Arzt seine beste Arbeit leisten, wenn er ständig an sein Auskommen denken muss. Die tägliche Bedrohung durch Regresse, Degression und  Wirtschaftlichkeitsprüfung seitens der gesetzlichen Krankenkassen und die stete, gleichbleibend hohle Wortschlacht um die Anerkennung einzelner Gebührenziffern mit privaten Kassen höhlt die Ruhe und Gelassenheit deutlich aus.

Dazu folgende Geschichte: Ein König kam eines Tages schwer krank zu einem Heiler. Sein Leiden war alsbald von ihm fortgenommen. Auf die Frage des Königs, was er für seine Dienste bekommen möge, antwortete der Heiler: Gebe mir den zehnten Teil dessen, was du bereit warst zu geben, bevor wir uns trafen.

Die Wertschätzung einer medizinischen Dienstleistung ist zweifelsohne gesunken. Gesundheit bleibt jedoch ein teures Gut.

Zum Schluss ein Wort aus Überzeugung: Der Eindruck schlechter Qualität währt länger als der Schrecken über einen vermeintlich hohen Preis.

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Rabattverträge für Arzneimittel


7. Juni 2009

Die Rabattverträge der AOKn in Deutschland wurden zum 01. Juni 2009 neu abgeschlossen. Ziel ist es, die Arzneimittelausgaben zu senken.

In Deutschland sind weit über 100.000 Arzneimittel zugelassen. In der täglichen Praxis verwendet ein Arzt nur einen geringen Teil davon. Im Wesentlichen sind das, je nach Fachrichtung, einige Dutzend Medikamente, von denen der Arzt die Wirkung und Nebenwirkung genau kennt. Man muss sich vorstellen, das auch der Arzt ein Vertrauen in verschiedene Medikamente entwickelt. Er weiß, welchen Therapieerfolg man damit erreichen kann.

Die Rabattverträge aller Krankenkassen erzeugen dabei eine Unsicherheit. Will der Arzt genau das „eine“ Medikament verordnen, kann er das durchsetzen. Der zwangsweise Austausch der Verordnung durch den Apotheker entfällt dann. Allerdings kann sich der Arzt anschließend mit großer Sicherheit auf einen Regress einstellen. In einem solchen Fall würde er, meist wegen angeblich unwirtschaftlicher Verordnungsweise, von den Krankenkassen später zur Kasse gebeten werden.

Abgesehen von der Tatsache, das gleiche Wirkstoffe in unterschiedlicher Zubereitungsform gelegentlich nur die (gefühlte) Hälfte der Wirksamkeit entfalten, kann es auch von Patientenseite ausgehend zu fatalen Problemen kommen: Beispielsweise kann es Verwechselungen geben, die gewohnte Einnahmeroutine kann sich ändern, andere Hilfsstoffe können neue Nebenwirkungen auslösen usw.

Man stelle sich vor, man sei 80 Jahre alt und die Augen spielen nicht mehr so mit. Der Doktor verschreibt 6 Dauermedikamente, die jetzt alle ausgetauscht werden. Und das zum wiederholten Mal, denn durch die Rabattverträge tauchen immer wieder andere Hersteller auf. Da dürfte die Umstellung nicht leicht fallen. Möglicherweise entgleist der gut eingestellte Bluthochdruck und der Diabetes gleichzeitig. Das führt mindestens zu weiteren Arztbesuchen. Die Krankenkasse stört das nicht wirklich, da der Arzt für den wiederholten Besuch sowieso nichts in Rechnung stellen kann.

Kostendruck hin oder her – man gewinnt den Eindruck, dass die Krankenkassen ihr wahres Gesicht immer mehr zeigen. Die Werbung hält eben nicht immer, was versprochen wird.
Wenn es dem Arzt dann auch noch egal ist, wie es Ihnen geht, dann ist ein scheinbar politisch gesetztes Ziel bald erreicht.

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