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Implantate bei Osteoporose – geht das?


17. Oktober 2010

 

Bei einem Patientenanteil von über 70% Frauen bei implantologischen Fragestellungen in unserer Praxis-Klinik tritt die Frage nicht selten mehr als einmal am Tag auf.
Nach Einschätzung führender Orthopäden in Deutschland leiden etwa 4,8 Millionen Menschen in der Bundesrepublik an Osteoporose (Knochenerweichung)[1]. Meist sind Frauen während und nach den Wechseljahren betroffen. Neben den hormonellen Umstellungen können aber auch andere Ursachen eine Osteoporose begünstigen: Einseitige Ernährung mit bewusstem oder unbewusstem Verzicht auf kalziumhaltige Nahrungsmittel (Milch, Gemüse, Mineralwasser) kann den Verlust von Kalzium aus den Knochen begünstigen.

 

Für den Kieferknochen gelten andere Regeln

Glücklicherweise zeigt sich eine Osteoporose im Kieferknochen erst sehr spät. Die vom Orthopäden durchzuführende Knochendichtemessung macht unserer Erfahrung nach keine treffende Aussage über die Knochenqualität des Kieferknochens. Hier scheinen andere Gesetzmäßigkeiten zu gelten, d. h. der Kieferknochen ist noch lange stark und kräftig, selbst wenn andere Knochen bereits schwächer geworden sind.

In Fällen schwerster Osteoporose lassen sich Implantate zwar einsetzten, deren Belastbarkeit ist allerdings meist deutlich herabgesetzt. Erfahrungsgemäß zeigt der Knochen dann auch eine geringere Widerstandskraft gegen Entzündungen. Kommt eine Neigung zu einer parodontalen Erkrankung (entzündlich verursachte Taschenbildung des Zahnfleisches) hinzu, so kann die Prognose schwierig werden. Im Extremfall sind auch über Jahre hinweg gut osseointegrierte (eingewachsene) Implantate schon bei kleineren unphysiologischen Belastungen (z. B. Abdrucknahme) verloren gegangen.

Wählen Sie in jedem Fall einen qualifizierten und erfahrenen Implantologen

Der erfahrene Implantologe wird schon bei der Anamneseerhebung nach Osteoporose fragen. Spätestens bei der ersten Bohrung wird der Spezialist die Knochenqualität einschätzen können. Gelegentlich ist dann weniger mehr. Gute Vorhersagen bezüglich der Qualität des Kieferknochens fallen schwer. Mit bildgebenden Verfahren (Computertomographie=CT, Digitale Volumentomographie=DVT) lassen sich Dichtewerte in größeren Knochenarealen bestimmen. Leider zeigen die dort zu messenden Dichtewerte nicht immer die wirkliche Situation. Neuere Forschungen (z. B. mit Ultraschall) laufen diesbezüglich, sind aber noch nicht zur klinischen Reife gelangt. Derzeit ist also die Erfahrung des Implantologen noch unersetzbar.

Bestimmte Medikamente sind gefährlich

Besonderes Augenmerk verdient eine inzwischen weit verbreitete Behandlungsform der Osteoporose mit so genannten Bisphosphonaten. Diese Substanzen reduzieren den Knochenstoffwechsel anhaltend. Die implantologischen und chirurgischen Fachgesellschaften sind sich derzeit in Ermangelung einer guten Datenlage noch sehr uneinig, in wieweit in solchen Fällen auf Implantationen verzichtet werden muss.

Die medizinischen Zusammenhänge sind sehr komplex. Deshalb ist in Fällen von Osteoporose eine Implantatversorgung durch den Facharzt für MKG-Chirurgie empfehlenswert, da dieser durch sein Doppelstudium (Medizin und Zahnmedizin) über sehr guten allgemeinmedizinischen Hintergrund verfügt.

Fazit

In leichten und mittleren Fällen von Osteoporose kann implantiert werden. In jedem Fall sollte fachkundiger Rat eingeholt werden.


[1] Quelle: Jan Becker, Orthopäde und Sportmediziner am Grönemeyer Institut, Bochum, veröffentlicht in TKaktuell, 3-2010, S. 23

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Weisheitszähne – entfernen oder belassen?


16. Oktober 2010

Wozu sind die eigentlich gut?

Diese Backenzähne kommen erst spät zur Entwicklung (15. – 21. Lebensjahr) und sind von der Natur wahrscheinlich als so eine Art Reserve gedacht. Bei den meisten Menschen (~90%) reicht der Platz im Kiefer allerdings nicht aus, so dass die Weisheitszähne ganz oder teilweise im Kiefer eingeschlossen bleiben.

Welche Gefahren können von Weisheitszähnen ausgehen?

Es können eine Reihe typischer Probleme entstehen, die meist nur mit der Entfernung der Weisheitszähne zu beheben sind:

  • • Der Zahn ragt teilweise aus der Schleimhaut, eine kleine Nische bildet sich, Bakterien können dort wiederkehrende Entzündungen verursachen.
  • • Gelegentlich bilden sich größere Zysten um den Zahn herum, die den Kieferknochen empfindlich schwächen können.
  • • Selten bilden sich aus diesen Zysten gutartige aber auch bösartige Veränderungen.
  • • Lehnt sich ein Weisheitszahn an seinen Nachbarn in der Tiefe an, so kann dieser Zahn beschädigt werden – die Wurzel des Nachbarn löst sich auf – der Zahn kann dann meist nicht mehr gerettet werden.
  • • Sind Weisheitszähne durchgebrochen, also sichtbar und stehen sehr eng am Nachbarzahn, so ergibt sich häufig ein Zwischenraum, der nicht gut zu reinigen ist – Karies droht.
  • • Kieferfrakturen entstehen gerne in Bereichen, wo Weisheitszähne sitzen. Es besteht dort eine Schwachstelle im Kieferknochen.

Welche Risiken bestehen bei der Entfernung von Weisheitszähnen?

Es gibt allgemeine Risiken, wie etwa Wundheilungsstörungen oder Blutungskomplikationen, die bei jeder Operation auftreten können. Als typische Risiken bei der Weisheitszahnentfernung sind beispielhaft zu nennen:

  • Nervschädigungen bei besonderer Nähe zu Nerven, die in oder neben dem Unterkiefer verlaufen, oder unsachgemäßer Operationstechnik. Dabei treten dann Gefühls- und/oder Geschmacksstörungen auf, die meist von allein wieder verschwinden. In seltenen Fällen erholt sich ein geschädigter Nerv nicht, die Gefühlsstörung kann dann dauerhaft bleiben.
  • • Durch langwierige Wundheilung mit starken Infektionen kann der Kieferknochen geschädigt werden. Richtig nachbehandelt lassen sich Folgeschäden meist vermeiden.
  • • Nach der Zahnentfernung findet in der Tiefe eine Knochenheilung statt, die den Raum des ehemaligen Zahnes auffüllen soll. Dabei besteht typischerweise 6-8 Wochen nach dem Eingriff eine erhöhte Frakturgefahr in diesem Bereich, auch wenn die Wunde schon lange geheilt ist und die OP schon längst vergessen scheint.

Können Weisheitszähne auch belassen werden?

In wenigen Situationen kann auf eine Zahnentfernung verzichtet werden:

  • • Wenn eine spontane, richtige Einstellung des Zahnes in die Zahnreihe zu erwarten ist.
  • • Wenn eine Extraktion anderer Backenzähne nötig ist und im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung die Einordnung des Weisheitszahnes möglich und sinnvoll ist.
  • • Wenn ein extrem hohes Operationsrisiko besteht, können Zähne ohne krankhaften Befund belassen werden.

Wie werden Weisheitszähne entfernt?

Im Allgemeinen erfolgt die operative Entfernung von Weisheitszähnen ambulant. Nur in sehr seltenen Fällen ist ein stationärer Aufenthalt notwendig (z. B. bei schwerwiegenden Erkrankungen, wie Blutungsübel oder Schwäche der Immunabwehr).
Die Operation kann vorteilhafterweise pro Kieferhälfte in örtlicher Schmerzausschaltung stattfinden. Wird aus Gründen der Angst oder Unruhe eine höherwertige Schmerz- und Bewusstseinsausschaltung gewünscht (Sedierung, Narkose), so kann die gleichzeitige Entfernung aller Weisheitszähne in einer Sitzung sinnvoll sein.

Wer operiert Weisheitszähne?

Jeder Zahnarzt kann diese Operation vornehmen. In Fällen mit zu erwartenden Schwierigkeiten wird meist eine Überweisung zum Spezialisten zu erwarten sein. Fachzahnärzte für Oralchirurgie oder Fachärzte für MKG-Chirurgie (Mund-Kiefer-Gesicht) sind hier die geeigneten Ansprechpartner, wobei der letztere durch seine einzigartige Doppelausbildung (Studium der Medizin und der Zahnmedizin) und langjährige klinisch-operative Tätigkeit besonders bei höchstem Schwierigkeitsgrad oder zusätzlichen allgemeinmedizinischen Problemen ins Spiel kommt.

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Warum „Billig“ und „Gut“ selten zusammen gehören…


11. Juli 2010

… oder weshalb Billigimplantate keine Option sind.

In vielen Lebensbereichen hat fast jeder die Erfahrung gemacht, dass Billigprodukte häufig ihren Preis nicht wert sind. Meist ergibt sich eine eingeschränkte Funktionalität, eine geringere Lebensdauer oder ein schlechter Support. Manche Produkte bieten sogar effektiv keinerlei Garantie oder Gewährleistung, da die Hersteller nicht greifbar sind.

Bezogen auf Zahnimplantate und deren Einsatz ergeben sich dabei folgende Gesichtspunkte:

Die Hersteller

Billiganbieter locken mit niedrigen Preisen bei angeblich gleicher Leistung. Den Beweis dafür bleiben sie in der Regel schuldig. Besonders dreist erlebt man dabei Firmen, die das Design eines Premiumherstellers einfach kopieren. Die gleichen (Material-) Eigenschaften weisen diese Plagiate nicht auf, bzw. auch hier bleiben die Beweise aus. Gelegentlich fragt man sich, wie es zur Zulassung von Systemen kommen konnte, für die keinerlei geprüfte Studien vorliegen.

Die Implantologen

Fragt man Patienten, was ihnen bei Implantologen wichtig ist, so lautet die Antwort meist,
– er soll Erfahrung haben,
– er soll das richtige Produkt (Implantat) aussuchen 
– er soll das in ihn gesetzte Vertrauen nicht missbrauchen

Will nun jemand in den Markt drängen oder Marktanteile dazu gewinnen, so geschieht das auch hier nicht selten über den Preis.

Aber woran will man beim Implantieren sparen?

Letztlich kann man an Zeit, Material oder Ausbildung sparen. Spart der Doktor am Honorar, dann begibt er sich auf wirtschaftlich dünnes Eis. Schließlich muss/sollte der Doktor ja auch morgen noch da sein, um Gutes zu tun.

Also sparen an der Zeit

– bei der Beratung?
– bei der Planung?
– bei der Operation?
– bei der Sorgfalt?
– bei der Reklamation? (Oh ja, man kann auch Zeit sparen bei etwaigen Reklamationen („Stellen Sie sich nicht so an“, „Das kann man nicht besser machen“, „Darüber wird nicht diskutiert“).

Also sparen am Material

– Billigimplantat statt Premiumprodukt
– Noname statt Markenware
– wissenschaftlich Ungesichertes statt nachgewiesen Bewährtes

Also sparen an der Ausbildung:

Wochenendkurse statt mehrjähriger klinischer Ausbildung
– dubiose Schmalspur-Weiterbildungen, die zu nicht geschützten Titeln führen (z. B. Spezialist für…) statt abgeschlossener Facharzt- oder Fachzahnarztausbildung

Bemerkenswert ist, dass Patienten bei Implantaten keinerlei Markenbewusstsein entwickeln, obwohl ein Implantat doch in den Körper eingesetzt wird und das dauerhaft. Beim Kauf eines Fernsehers, eines Fahrrades, sogar bei Margarine gibt es ein Bewusstsein für die Marke und die damit verbundene Qualität.
Bemerkenswert ist, dass sich Patienten oft scheinbar völlig uninteressiert  in eine Behandlung stürzen. In anderen Lebensbereichen würden zuweilen tagelang Auskünfte eingeholt.

Fazit

Seien Sie wachsam, zeigen Sie sich aufgeklärt, informieren Sie sich, fragen Sie nach.

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Der Trend geht zu kürzeren Implantaten


28. März 2010

Biomechanische Untersuchungen zeigen, dass die Belastungen, die auf ein Implantat z. B. beim Kauen einwirken, im Bereich der oberen (crestal gelegenen) 5-6 mm durch den Implantatkörper auf den umliegenden Knochen abgetragen werden.

Der früher übliche Grundsatz „so lang wie möglich“ muss für die Auswahl moderner Implantate relativiert werden. Die Festigkeit der Implantate konnte konstruktiv und materialtechnisch in den letzten Jahren deutlich verbessert werden. So treten Materialbrüche, etwa durch Ermüdung, bei den renommierten Herstellern praktisch nicht mehr auf.

Unter der oben genannten These sollten Überlängen (13 mm oder mehr) eigentlich vermieden werden. Wenn also ein Implantat (beispielsweise im Fall einer schweren Schädigung des Knochens) ersetzt werden soll, so entsteht durch das Explantieren (Ausbauen) eines sehr tief verankerten Implantates ein relativ großer Defekt im Kiefer. Genau dieser Defekt steht so dann einer raschen Ausheilung entgegen.

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Implantate brauchen ein stabiles Lager


28. März 2010

Deshalb können sie sinnvoll nur in einen ausreichend breiten und gesunden Kieferknochen eingesetzt werden. Reicht das vorhanden Knochenangebot nicht aus, so kann der Spezialist auf verschiedene Arten das Lager verbessern:

Gelegentlich kann während einer Implantation eine geringe Fehlstelle im Kieferknochen „aufgebaut“ werden. Dazu werden möglicherweise Knochenspäne vom Bohrvorgang aufgefangen und eingesetzt. Auch Knochenaufbaumaterial vom Rind (BSE-frei) oder vollsynthtisches Material können hier helfen.

Häufiger ist jedoch der Zahnverlust schon lange zurückliegend, so dass die Atrophie (Schwund) des Knochens erheblich ist. Dann hat sich die Verpflanzung von eigenem Knochen bewährt. Diese Methode ist bewährt und bietet hohe Erfolgschancen (>98%), insbesondere, wenn in die Höhe und die Breite gleichzeitig aufgebaut werden muss. Meist kann die Implantation dann erst später stattfinden.

Im Bereich von Oberkiefer-Backenzähnen ist häufig ein so genannter Sinus-Lift erforderlich. Da man hier den Knochen meist nicht mundwärts aufbauen kann, wird die Kieferhöhle in einem sehr sanften Eingriff ein wenig verkleinert. Dann kann später ein Implantat stabil eingesetzt werden.

Alle diese Methoden sind langjährig erprobt und werden weltweit angewandt.
Die gelegentlich gesehene Einpflanzung von menschlichem Spenderknochen (fremder Knochen) fristet derzeit nur als Randerscheinung sein Dasein. Hier fehlen bislang die breite wissenschaftliche Anerkennung der Methode und der Nachweis der (Langzeit-)Erfolge. Universitätskliniken schweigen sich dazu noch aus.

Mehr Informationen finden Sie hier.

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Periimplantitis – Behandlungsmethoden


14. Februar 2010

Die Periimplantitis (Entzündung am Implantat) geht einher mit einer Taschenvertiefung, in schweren Fällen mit Sekretion aus der Tasche und mit Knochenabbau. Dabei kommt es meist sehr rasch zu einem nennenswerten Verlust des Knochens und somit zur Gefährdung des Implantates, der Weichgewebe um das Implantat und letztlich auch der Suprakonstruktion (Krone, Brücke, Prothese).

Die Erfahrung zeigt, dass ein regelmäßiger Recall (Nachschau) bei Zahnarzt oder beim Implantologen hilft, die Frühzeichen einer ungünstigen Veränderung zu erkennen und zu beseitigen.
Ist es schon zur Periimplantitis gekommen, so sollte frühzeitig chirurgisch interveniert werden. Nicht selten wird versucht, die Entzündung irgendwie einzudämmen (Taschenspülung, Medikamenteneinlage o. ä.). Diese Maßnahmen haben in der Regel keinen dauerhaften Erfolg.

Ideal erscheint nach dem derzeitigen Wissenstand eine offene Behandlung unter Sicht. Dabei kann das gesamte Ausmaß gut erkannt und eingeschätzt werden. Die Dekontamination freiliegender Implantatoberflächen sollte mit einem speziellen Glycin-Salz (z. B. Clean-Prophy-Powder) und EDTA (PrefGel) erfolgen. Anschließend kann eine regenerative Therapie zur Anzüchtung neuen Knochens mit Emdogain und BoneCeramic erfolgen. Die Langzeiterfolge dieses Ansatzes sind jedoch noch nicht gemessen worden.

Andere Autoren sprechen von Glättung der freiliegenden Implantatoberflächen, um Bakterien das Versteck in der rauen Oberfläche zu entziehen. Diese Methode kann die strukturelle Beschaffenheit des Implantatkörpers gefährden (Materialbruch) und führt zunächst nicht zu einer Verminderung der Taschentiefen. Eben diese Verminderung der Taschentiefe gilt es aber zu erzielen. Insbesondere im ästhetischen Frontzahnbereich stellen sich dabei größere Probleme ein.

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