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Warum “Billig” und “Gut” selten zusammen gehören…


11. Juli 2010

… oder weshalb Billigimplantate keine Option sind.

In vielen Lebensbereichen hat fast jeder die Erfahrung gemacht, dass Billigprodukte häufig ihren Preis nicht wert sind. Meist ergibt sich eine eingeschränkte Funktionalität, eine geringere Lebensdauer oder ein schlechter Support. Manche Produkte bieten sogar effektiv keinerlei Garantie oder Gewährleistung, da die Hersteller nicht greifbar sind.

Bezogen auf Zahnimplantate und deren Einsatz ergeben sich dabei folgende Gesichtspunkte:

Die Hersteller

Billiganbieter locken mit niedrigen Preisen bei angeblich gleicher Leistung. Den Beweis dafür bleiben sie in der Regel schuldig. Besonders dreist erlebt man dabei Firmen, die das Design eines Premiumherstellers einfach kopieren. Die gleichen (Material-) Eigenschaften weisen diese Plagiate nicht auf, bzw. auch hier bleiben die Beweise aus. Gelegentlich fragt man sich, wie es zur Zulassung von Systemen kommen konnte, für die keinerlei geprüfte Studien vorliegen.

Die Implantologen

Fragt man Patienten, was ihnen bei Implantologen wichtig ist, so lautet die Antwort meist,
- er soll Erfahrung haben,
- er soll das richtige Produkt (Implantat) aussuchen 
- er soll das in ihn gesetzte Vertrauen nicht missbrauchen

Will nun jemand in den Markt drängen oder Marktanteile dazu gewinnen, so geschieht das auch hier nicht selten über den Preis.

Aber woran will man beim Implantieren sparen?

Letztlich kann man an Zeit, Material oder Ausbildung sparen. Spart der Doktor am Honorar, dann begibt er sich auf wirtschaftlich dünnes Eis. Schließlich muss/sollte der Doktor ja auch morgen noch da sein, um Gutes zu tun.

Also sparen an der Zeit

- bei der Beratung?
- bei der Planung?
- bei der Operation?
- bei der Sorgfalt?
- bei der Reklamation? (Oh ja, man kann auch Zeit sparen bei etwaigen Reklamationen (”Stellen Sie sich nicht so an”, “Das kann man nicht besser machen”, “Darüber wird nicht diskutiert”).

Also sparen am Material

- Billigimplantat statt Premiumprodukt
- Noname statt Markenware
- wissenschaftlich Ungesichertes statt nachgewiesen Bewährtes

Also sparen an der Ausbildung:

- Wochenendkurse statt mehrjähriger klinischer Ausbildung
- dubiose Schmalspur-Weiterbildungen, die zu nicht geschützten Titeln führen (z. B. Spezialist für…) statt abgeschlossener Facharzt- oder Fachzahnarztausbildung

Bemerkenswert ist, dass Patienten bei Implantaten keinerlei Markenbewusstsein entwickeln, obwohl ein Implantat doch in den Körper eingesetzt wird und das dauerhaft. Beim Kauf eines Fernsehers, eines Fahrrades, sogar bei Margarine gibt es ein Bewusstsein für die Marke und die damit verbundene Qualität.
Bemerkenswert ist, dass sich Patienten oft scheinbar völlig uninteressiert  in eine Behandlung stürzen. In anderen Lebensbereichen würden zuweilen tagelang Auskünfte eingeholt.

Fazit

Seien Sie wachsam, zeigen Sie sich aufgeklärt, informieren Sie sich, fragen Sie nach.

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Sinuslift – was ist das?


4. Juli 2010

 

Sinus ist lateinisch und bedeutet Hohlraum. Beim Sinuslift wird also ein Hohlraum angehoben.
Um ein Zahnimplantat stabil im Kiefer verankern zu können, darf es gewisse Mindestmaße nicht unterschreiten (Länge und Durchmesser). Die mitunter große Kaubelastung braucht stabile Fundamente, weswegen die Natur die oberen Backenzähne in der Regel mit 3 Wurzeln ausstattet.

Implantate brauchen ein kräftiges Knochenlager

Für Implantatversorgungen im seitlichen Oberkieferbereich ist oftmals zu wenig Knochen vorhanden. Zusätzlich nimmt die darüber liegende Kieferhöhle viel „Platz“ weg, so dass für eine ausreichende Implantatlänge eine aufbauende Maßnahme am Boden der Kieferhöhle vorgenommen werden kann. Das ist der Sinuslift.

Es gibt verschiedene Verfahren, die im Prinzip das gleiche Ziel haben. Bewährt hat sich eine Methode, bei der Knochenersatzmaterial gemischt mit eigenen Knochenspänen unter die angehobene Schleimhaut der Kieferhöhle eingebracht werden. Dazu wird in einem operativen Schritt, der gelegentlich direkt mit der Implantation durchgeführt werden kann, die Kieferhöhle vom Mund her geöffnet und die Schleimhaut vorsichtig angehoben. Der neu entstandene Hohlraum wird mit dem Gemisch aus Knochenspänen und Ersatzmaterial gefüllt. Der Körper nutzt diese Strukturen als „Leitschiene“ für neues Knochenwachstum. Ein belastbares Implantatlager entsteht.

Bewährte Materialien ohne Risiko

Das Ersatzmaterial stammt dabei entweder vom Rind oder ist vollsynthetisch hergestellt. In beiden Fällen ist die Übertragung von Krankheiten ausgeschlossen.

Da die Kieferhöhlenschleimhaut häufig sehr sensibel ist und darüber hinaus nicht immer mit einer Spritze gut zu betäuben ist, empfiehlt sich für die Dauer des operativen Eingriffs (ca. 35 Minuten pro Seite) eine Vollnarkose. Beim Sinuslift handelt es sich um eine ausgereifte Standard- Methode, die in unserer Praxis-Klinik in der Regel mehrfach pro Woche mit großem Erfolg durchgeführt wird.

Dieses Verfahren ist nicht Bestandteil des Leistungskataloges der gesetzlichen Versicherung.

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Zahn raus – was nun?


4. Juli 2010

 

Wenn Zähne verloren gehen, dann stellt sich meist rasch die Frage, wie es weitergeht. Im Angebot ist in der Regel: Brücke, Prothese oder Implantat. Alle diese Versorgungen gelangen aber nicht am gleichen Tag zur Fertigstellung. Also dann doch ein unbequemes Provisorium für einige Wochen?

Mit einem Sofortimplantat zum Erfolg

Es geht auch anders. Mit einem Sofortimplantat. Mit einer Sofortversorgung.
Fertig innerhalb eines Tages. Wirklich.

Im Idealfall hat das Zahnfach des verlorengehenden Zahnes keine wesentliche Entzündung, der Knochen ist noch gut erhalten, das Zahnfach hat in etwa die Form eines Implantates. Dann lässt sich nicht selten sofort die neue „Wurzel“, also ein Implantat, einsetzen.

Und jetzt kommt die Kunst: Die Sofortversorgung. Hierbei wird vom Implantologen im Teamwork mit dem Techniker die Situation direkt nach der Implantation „abgeformt“. Die innerhalb weniger Stunden hergestellte Krone wird dann „sofort“ eingesetzt.

Der unendliche Vorteil liegt in der optimalen „Stütze“ der umliegenden Weichgewebe.
Die Sofortversorgung gewährleistet, dass die Weichgewebe gar nicht erst in sich zusammenfallen können und somit erhalten bleiben.

Denn Erfolg einer aufwändigen Implantatversorgung im Frontzahnbereich wird maßgeblich durch die gelungene Ästhetik beeinflusst. Soll heißen, wenn das Zahnfleisch nicht harmonisch und jugendlich am Zahnhals anliegt, dann sieht das nicht gut aus.

Das Risiko einer Sofortversorgung hingegen liegt in der sofortigen Belastung des Implantates, die es zu vermeiden gilt.

Obwohl wir Implantate mit stark verbesserten Einheilzeiten verwenden (Straumann SLActive), so liegen die Zeiten, in der die Biologie es schafft, eine innige Verbindung zwischen Implantat und Knochen herzustellen, immerhin noch bei 8 – 12 Wochen (früher 3 – 6 Monate). In dieser Zeit sollen keine Kräfte auf das Implantat einwirken, da sie die Einheilung stören können.

Besser gesagt, es sollen keine großen Kräfte einwirken. Und das ist der Schlüssel zum Erfolg: es wird zunächst eine Krone aufgesetzt, die beispielsweise einen Hauch kürzer ist und deshalb bei Kauenbewegungen nicht belastet wird. Für richtiges Kauen mit vollem Mund reicht das natürlich nicht. Deshalb wird zusätzlich eine Schutzschiene angefertigt, die die Kräfte abfängt. Später kann die Krone dann in die optimale Form gebracht werden.

Damit ist der Traum wahr geworden: Zahn raus – Implantat rein – Krone drauf – Fertig.

Sollte der Knochen nicht tragfähig sein, so kann man die Situation dennoch retten. Hier hat sich eine Methode etabliert, die man „Socket Preservation“ nennt. Dabei wird in das (zerstörte) Zahnfach nach der Extraktion ein spezielles Kollagenflies, ggf. kombiniert mit einer Membran, eingebracht. Das sorgt dafür, dass der Knochen an der fraglichen Stelle zielgerichtet nachwächst. Die Form der Zahnfleischmanschette wird dann mittels besonderes gestalteter Provisorien gehalten.

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Kopfschmerz durch Zähneknirschen?


9. Mai 2010

Wie Sie wahrscheinlich bereits wissen, nutzen wir unsere Zähne nicht nur zum Kauen, sondern oftmals auch zum Stressabbau, indem man sie aufeinander presst oder knirscht. Meist nachts kommt es zu diesen Phänomenen, die als natürliches Aggressionsmuster des Menschen gelten. Die Betroffenen erleben diese Phasen nicht, weil sie dabei schlafen. Selten können Patienten davon berichten, dass sie tagsüber Knirschen und Pressen. Die Ursachen erklären sich dabei nicht von selbst.

Als weitere Ursache kommen Störungen im Kausystem selbst in Frage; kleine Abnutzungen an einzelnen Zähnen können „Dysbalancen“ hervorrufen, die ebenfalls zu erhöhter Muskelaktivität führen. Je nach Art und Schweregrad der Fehlfunktion kann eine Schädigung der Zähne, des Zahnfleisches, der Kaumuskeln oder die Kiefergelenke eintreten.

Sollten bei Ihnen ein oder mehrere Symptome erkennbar sein, so lohnt sich der Besuch beim Spezialisten:

- Veränderungen an der Form der Schneidekanten, begradigte Eckzahnspitzen

- Zahnfleischrückgang an einzelnen Zähnen mit empfindlichen Zahnhälsen

- Spannungsgefühl im Gesicht nach der Nachtruhe

- Schmerzen, die ins Ohr ausstrahlen oder Muskelschmerzen

- Keilförmige Defekte am Zahnhals, häufig verwechselt mit Putzdefekten

- Schmerzen im Kiefergelenk, Knacken, selten auch Blockaden

- abgeplatzte Keramik an Kronen und Brücken

- Ohrgeräusche (Tinnitus)

Eine so genannte Funktionsanalyse gibt Aufschluss über die Ursachen und die bereits entstandenen Schäden. Zur Behandlung akuter Beschwerden setzen wir eine einfache Aufbissschiene ein, die oft Wunder wirkt. Diese Art Schiene ist eine Kassenleistung.

Schäden können vermieden werden

Zur Vermeidung weiterer Schäden kann eine spezielle, funktionsanalytisch optimierte Schiene sinnvoll sein. Diese unterscheidet sich von der herkömmlichen „Knirscherschiene“ dadurch, dass sie genau auf das Kausystem abgestimmt ist und somit eine ideale Funktion garantiert.

Beim Spezialisten in guten Händen

Der Facharzt für MKG-Chirurgie (Mund-Kiefer-Gesicht) ist darauf spezialisiert, Schmerzzustände im Gesicht- und Kopfbereich zu erkennen und die richtige Therapie ohne Umwege einzuleiten. Eine große Rolle spielt der funktionelle Zustand ihres Kausystems bei der Versorgung mit Zahnersatz. Nur wenn die neuen Kauflächen perfekt auf Ihr Kausystem abgestimmt sind, können Sie optimal kauen und werden Folgeschäden durch Überlastung vermieden. Dazu wird im Einzelfall mit Ihrem Hauszahnarzt ein individuelles Therapieschema entwickelt, damit sich Ihre Beschwerden rasch geben.

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Der Trend geht zu kürzeren Implantaten


28. März 2010

Biomechanische Untersuchungen zeigen, dass die Belastungen, die auf ein Implantat z. B. beim Kauen einwirken, im Bereich der oberen (crestal gelegenen) 5-6 mm durch den Implantatkörper auf den umliegenden Knochen abgetragen werden.

Der früher übliche Grundsatz “so lang wie möglich” muss für die Auswahl moderner Implantate relativiert werden. Die Festigkeit der Implantate konnte konstruktiv und materialtechnisch in den letzten Jahren deutlich verbessert werden. So treten Materialbrüche, etwa durch Ermüdung, bei den renommierten Herstellern praktisch nicht mehr auf.

Unter der oben genannten These sollten Überlängen (13 mm oder mehr) eigentlich vermieden werden. Wenn also ein Implantat (beispielsweise im Fall einer schweren Schädigung des Knochens) ersetzt werden soll, so entsteht durch das Explantieren (Ausbauen) eines sehr tief verankerten Implantates ein relativ großer Defekt im Kiefer. Genau dieser Defekt steht so dann einer raschen Ausheilung entgegen.

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Implantate brauchen ein stabiles Lager


28. März 2010

Deshalb können sie sinnvoll nur in einen ausreichend breiten und gesunden Kieferknochen eingesetzt werden. Reicht das vorhanden Knochenangebot nicht aus, so kann der Spezialist auf verschiedene Arten das Lager verbessern:

Gelegentlich kann während einer Implantation eine geringe Fehlstelle im Kieferknochen “aufgebaut” werden. Dazu werden möglicherweise Knochenspäne vom Bohrvorgang aufgefangen und eingesetzt. Auch Knochenaufbaumaterial vom Rind (BSE-frei) oder vollsynthtisches Material können hier helfen.

Häufiger ist jedoch der Zahnverlust schon lange zurückliegend, so dass die Atrophie (Schwund) des Knochens erheblich ist. Dann hat sich die Verpflanzung von eigenem Knochen bewährt. Diese Methode ist bewährt und bietet hohe Erfolgschancen (>98%), insbesondere, wenn in die Höhe und die Breite gleichzeitig aufgebaut werden muss. Meist kann die Implantation dann erst später stattfinden.

Im Bereich von Oberkiefer-Backenzähnen ist häufig ein so genannter Sinus-Lift erforderlich. Da man hier den Knochen meist nicht mundwärts aufbauen kann, wird die Kieferhöhle in einem sehr sanften Eingriff ein wenig verkleinert. Dann kann später ein Implantat stabil eingesetzt werden.

Alle diese Methoden sind langjährig erprobt und werden weltweit angewandt.
Die gelegentlich gesehene Einpflanzung von menschlichem Spenderknochen (fremder Knochen) fristet derzeit nur als Randerscheinung sein Dasein. Hier fehlen bislang die breite wissenschaftliche Anerkennung der Methode und der Nachweis der (Langzeit-)Erfolge. Universitätskliniken schweigen sich dazu noch aus.

Mehr Informationen finden Sie hier.

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Periimplantitis – Behandlungsmethoden


14. Februar 2010

Die Periimplantitis (Entzündung am Implantat) geht einher mit einer Taschenvertiefung, in schweren Fällen mit Sekretion aus der Tasche und mit Knochenabbau. Dabei kommt es meist sehr rasch zu einem nennenswerten Verlust des Knochens und somit zur Gefährdung des Implantates, der Weichgewebe um das Implantat und letztlich auch der Suprakonstruktion (Krone, Brücke, Prothese).

Die Erfahrung zeigt, dass ein regelmäßiger Recall (Nachschau) bei Zahnarzt oder beim Implantologen hilft, die Frühzeichen einer ungünstigen Veränderung zu erkennen und zu beseitigen.
Ist es schon zur Periimplantitis gekommen, so sollte frühzeitig chirurgisch interveniert werden. Nicht selten wird versucht, die Entzündung irgendwie einzudämmen (Taschenspülung, Medikamenteneinlage o. ä.). Diese Maßnahmen haben in der Regel keinen dauerhaften Erfolg.

Ideal erscheint nach dem derzeitigen Wissenstand eine offene Behandlung unter Sicht. Dabei kann das gesamte Ausmaß gut erkannt und eingeschätzt werden. Die Dekontamination freiliegender Implantatoberflächen sollte mit einem speziellen Glycin-Salz (z. B. Clean-Prophy-Powder) und EDTA (PrefGel) erfolgen. Anschließend kann eine regenerative Therapie zur Anzüchtung neuen Knochens mit Emdogain und BoneCeramic erfolgen. Die Langzeiterfolge dieses Ansatzes sind jedoch noch nicht gemessen worden.

Andere Autoren sprechen von Glättung der freiliegenden Implantatoberflächen, um Bakterien das Versteck in der rauen Oberfläche zu entziehen. Diese Methode kann die strukturelle Beschaffenheit des Implantatkörpers gefährden (Materialbruch) und führt zunächst nicht zu einer Verminderung der Taschentiefen. Eben diese Verminderung der Taschentiefe gilt es aber zu erzielen. Insbesondere im ästhetischen Frontzahnbereich stellen sich dabei größere Probleme ein.

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Periimplantitis – unvermeidbar?


8. Dezember 2009

 

Implantate erfordern eine Langzeitbetreuung, auf die nicht verzichtet werden sollte. Die so genannte Periimplantitis (Entzündung der Hart- und Weichgewebe am Implantat) stellt dabei eine Herausforderung für jede zahnärztliche Praxis dar.
Für die Diagnostik einer Periimplantitis braucht es nicht viel, für die Vorbeugung und Behandlung jedoch Erfahrung und Weitblick. Die Entstehung (Ätiologie) der Periimplantitis gleicht der der Parodontitis und so ähneln sich auch die Verfahren zu ihrer Vermeidung bzw. Behandlung.

Daher wird Sie Ihr Zahnarzt im Fall der Fälle möglicherweise zu einem Facharzt für Mund- Kiefer- Gesichtschirurgie (MKG-Chirurg) überweisen, da dieser alle Techniken und Fertigkeiten der Implantologie und der Parodontologie beherrscht. Gleichzeitig hat er durch sein abgeschlossenes Medizinstudium und seine Facharztausbildung ausreichend medizinischen Sachverstand, um z. B. bestehende Begleiterkrankungen richtig einzuordnen und therapeutisch zu berücksichtigen.

Die wesentlichen Ursachen für Implantatverluste lassen sich wie folgt kategorisieren:

  • Frühverluste – im Falle eines frühen Implantatverlustes liegen die Ursachen meist in der chirurgischen Technik oder in Wundheilungsstörungen.
  • Spätverluste – späte Verluste ereignen sich häufig bei unzureichender Hygiene, falscher Belastung, bei systemischen Erkrankungen oder durch eine dauerhafte bakterielle Infektion.

Klinischen Studien zeigen, dass die täglich zu erbringende Hygiene am Implantat entscheidend ist. Der Einsatz und die Motivation des Patienten sind dabei entscheidend. Erfahrungsgemäß erhöhen z. B. Elektrozahnbürsten den Spaß am Putzen bei gleichzeitig besserer Reinigungswirkung.

Bei bestehender Periimplantitis sollte im Rahmen eines nicht-chirurgischen Vorgehens eine professionelle Prophylaxe (PZR) mit Abtragung subgingivaler Konkremente und Beläge durch ein erfahrenes Team regelmäßig durchgeführt werden. Je nach Schwere des Falles ist der zusätzliche Einsatz von Antiseptika und/oder  Antibiotika zu erwägen.

Eine konsequente Implantat-Nachsorge bzw. Periimplantitis-Vorbeugung schafft die besten Voraussetzungen für den langfristigen Erfolg der Behandlung.

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Gesundheit ist ein teures Gut und Qualität hat ihren Preis


1. Dezember 2009

 

Sie wünschen sich eine Versorgung auf Spitzenniveau? Selbstverständlich. Medizinischer Fortschritt ist jedoch kostenintensiv. Innovative Behandlungs- und Therapiemethoden entwickeln, ständige Fort- und Weiterbildungen,  Qualitätsmanagment mit fortwährender Verbesserung in jeder Hinsicht: Das alles und vieles mehr leisten Mediziner heute tagtäglich.

Faktisch bleibt die Vergütung durch Kostenträger und Krankenkassen leider weit hinter dem Fortschritt zurück. Manche Gebührenordnung ist gar über 20 Jahre alt und spiegelt daher die moderne (Zahn-)Medizin sowie die veränderten Situationen bezüglich Praxisführungskosten, Strom, Wasser, Gehälter usw. nicht wieder.

Eine perfekte Versorgung auf dem Stand der Wissenschaft ist möglich. Das Denken der Leistungsempfänger und der Kostenträger befindet sich allerdings seit einiger Zeit in einer Sackgasse. Immer mehr leisten für weniger Vergütung, das scheint die Devise. Sie werden sagen, Ärzte stöhnen auf hohem Niveau. Zugegeben, das Niveau war nie niedrig.

Doch wie entspannt kann ein Künstler, ein Staatsmann, ein Arzt seine beste Arbeit leisten, wenn er ständig an sein Auskommen denken muss. Die tägliche Bedrohung durch Regresse, Degression und  Wirtschaftlichkeitsprüfung seitens der gesetzlichen Krankenkassen und die stete, gleichbleibend hohle Wortschlacht um die Anerkennung einzelner Gebührenziffern mit privaten Kassen höhlt die Ruhe und Gelassenheit deutlich aus.

Dazu folgende Geschichte: Ein König kam eines Tages schwer krank zu einem Heiler. Sein Leiden war alsbald von ihm fortgenommen. Auf die Frage des Königs, was er für seine Dienste bekommen möge, antwortete der Heiler: Gebe mir den zehnten Teil dessen, was du bereit warst zu geben, bevor wir uns trafen.

Die Wertschätzung einer medizinischen Dienstleistung ist zweifelsohne gesunken. Gesundheit bleibt jedoch ein teures Gut.

Zum Schluss ein Wort aus Überzeugung: Der Eindruck schlechter Qualität währt länger als der Schrecken über einen vermeintlich hohen Preis.

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Es geht um Ihr Gesicht!


29. November 2009

 

Tumorerkrankungen der Haut entstehen zunehmend häufiger. Insbesondere im Gesichtsbereich treffen so genannte ästhetische Zonen aufeinander, die bei der Behandlung und Versorgung dieser Erkrankungen besonderes Augenmerk verdienen.

Während die diagnostische Kompetenz für Tumoren der Haut weitestgehend bei den Dermatologen liegt, so liegt operative Kompetenz speziell für Tumoren im Gesichtsbereich im Wesentlichen bei den Fachärzten für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie.

Obwohl den meisten Dermatologen eine weitreichende operative Ausbildung fehlt, versuchen die Hautärzte seit Jahren mit umfangreicher Lobbyarbeit das Krankheitsbild der Gesichtshauttumoren (Z. B. weißer und schwarzer Hautkrebs) mit dem Argument der Qualitätssicherung ausschließlich für ihr Fachgebiet zu sichern. So wurden Qualitätszirkel zum Thema Hautkrebs gegründet, die zum Ziel haben, die niedergelassenen Dermatologen an die entsprechenden regionalen dermatologischen Kliniken zu binden. Über die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und den erweiterten Bewertungsausschuss folgte dann die Einführung einer ärztlichen Abrechnungsziffer zum Hautkrebsscreening im qualitätsgesicherten Rahmen, um auch die Hausärzte wiederum an das „Netzwerk Dermatologie” zu binden.

Mit einer nur achtstündigen Weiterbildung für Fachärzte für Allgemeinmedizin und Ärzte ohne Gebietsbezeichnung wird im Wesentlichen darauf hingewirkt, dass bei fraglichen Befunden eine Überweisung an den Dermatologen verpflichtend ist, um diese Ziffer abrechnen zu können. Es ist zu befürchten, dass in einem weiteren Schritt die an der chirurgischen Therapie der Gesichtshauttumoren beteiligten Fachrichtungen eingegrenzt werden.

Erfreulicherweise ist zu bemerken, dass eine Vielzahl von dermatologischen Kollegen dennoch Gesichtshauttumoren zum MKG-Chirurgen überweisen. Scheinbar sprechen die Ergebnisse doch für sich.

Achten Sie also darauf, wohin Ihr Hausarzt Sie überweisen will, wenn es um das Gesicht geht.

Mit entsprechender Ausbildung und Erfahrung ist und bleibt der Gesichtschirurg die erste Wahl.

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